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Auswertung und Analyse
Bevölkerungsbefragung 2003


Allgemeines
Insgesamt wurden 485 Fragebogen ausgefüllt zurückgesandt, womit die Erwartungen des Gemeinderates sogar übertroffen wurden. Mit 63% ha-ben sich die Männer aktiver an der Umfrage beteiligt. 107 oder 21% der Antwortenden haben schulpflichtige Kinder. Von den Antwortenden leben 21% in einem Einpersonenhaushalt. 42% in einem Zweipersonenhaushalt, 12% leben zu dritt, 18% zu viert und lediglich 6% leben in einem Haushalt mit fünf oder mehr Personen.

Leider haben sich die jungen Aarbiger (bis 24 Jahre) lediglich mit 2.5% an der Umfrage beteiligt. Haben die jungen keine Anliegen oder fehlt einfach das Interesse? Auch die 25-34 jährigen, also die jungen Familien haben sich nur mit 8% beteiligt. Die beiden übrigen Altersgruppen 35-54 und über 55 haben sich etwa gleich stark dh. mit 44% bzw. 46% beteiligt.


Ergebnis zu einzelnen Fragen
Aktive Wirtschaftsförderung und Kooperation mit anderen Gemeinden wird von einer grossen Mehrheit von 91% bzw. 82% als wichtig oder sehr wichtig beurteilt. Die Beteiligung des GR an der neuen Aufgabe Regionalmarketing wird offenbar von der Bevölkerung gutgeheissen. Was die Kooperation mit andern Gemeinden betrifft, wird auch hier gearbeitet. Die Regionalpolizei, Zivilschutz, Zivilstandsamt sind Bereiche, wo bereits Gespräche aufgenommen wurden.

Bei der Frage nach der Verbesserung der Entsorgungs- und Kehrichtsammelstellen wurden lediglich von 18% als sehr wichtig beurteilt. Offenbar ist die grosse Mehrheit mit dem jetzigen Zustand zufrieden.

Die Sauberkeit in Aarburg wurde von 92% der Antwortenden als sehr wichtig oder wichtig beurteilt. Dabei wurden auch zahlreiche Beispiele und Hinweise genannt wo eine Verbesserung notwendig wäre oder Handlungsbedarf besteht. Diese Hinweise werden selbstverständlich an den Werkhof weitergeleitet um Abhilfe zu schaffen.

Die beiden Fragen bezüglich Blockzeiten in der Schule bzw. Tagesschule mit Mittagstisch wurden lediglich von 49% bzw. 38% der Antwortenden als sehr wichtig oder wichtig beurteilt. Von jenen Mitbürgern mit schulpflichtigen Kindern wurden diese Fragen jedoch differenzierter beantwortet. 55% halten Blockzeiten in der Schule für wichtig oder sehr wichtig. Hingegen sind nur 32% der Meinung, dass eine Tagesschule mit Mittagstisch wichtig oder sehr wichtig sind. Zumindest dies ist eine kleine Ueberraschung.

Die Frage nach Begegnungsort für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen wurde nur von 14% als sehr wichtig und von 42% als wichtig beurteilt. Hier kam oft der Hinweis auf das doch grosse Angebot an Vereinen aller Art.
Die Förderung der Jugend- und Präventionsarbeit wird von 91% als wichtig oder sehr wichtig beurteilt. Auch hier scheint ein Hinweis auf die „Alte Turnhalle“ und die zahlreichen Vereine die sich der Jugendarbeit annehmen angebracht.

Das Thema Integration der ausländischen Wohnbevölkerung sind lediglich für 16% der Antwortenden sehr wichtig und für 43% wichtig. Die zahlreichen Bemerkungen bei dieser Frage geben einen Hinweis, dass der hohe Anteil der Ausländer in Aarburg ein gewisses Unbehagen auslöst.

Die Frage ob das Freizeitangebot zu erweitern sei, wird von 44% der Antworten den als sehr wichtig oder wichtig beurteilt. Auch hier erfolgt zahlreich der Hinweis auf das bestehende Angebot.

Die Frage ob das Ortsbild zu verschönern sei wurde von 80% als wichtig oder sehr wichtig beurteilt. Dabei erfolgte öfters auch der Hinweis auf die teilweise schlecht unterhaltenen Häuser entlang der Oltnerstrasse. Dass es für viele Antwortenden ein wichtiges Anliegen ist, ist daraus ersichtlich, dass sie bereit sind, für die Verschönerung des Städtchens mitzuarbeiten.

Hingegen scheint ein samstäglicher Gemüsemarkt nicht auf allzu grosses Interesse zu stossen. Nur 38% sind der Meinung dass dies sehr wichtig oder wichtig sei.

Die Frage nach der Förderung von kulturellen Veranstaltungen wird von 67% als wichtig oder sehr wichtig eingeschätzt. Auch hier erfolgte mehrmals der Hinweis auf relativ geringe Besucherzahlen bei solchen Anlässen.

Hingegen scheint sich der Städtlimarkt grosser Beliebtheit zu erfreuen. Dabei wird der Weihnachtsmarkt mit 277 Nennungen eindeutig am meisten geschätzt. Hier scheint der gelungene Weihnachtsmarkt vom letzten Jahr nachzuwirken.

Nach der Frage nach mehr Polizeipräsenz fanden 71% der Antwortenden, dass dies wichtig oder sehr wichtig sei. Bei den über 55 jährigen fanden dies sogar 81%.

Bei den Steuern fanden es 51% sehr wichtig und 30% wichtig diesen auf das Kantonsmittel zu senken.

Den weiteren Schuldenabbau halten sogar 89% für wichtig oder sehr wichtig. Zwei Drittel der Antwortenden sind nicht bereit höhere Steuern für die von ihnen gewünschten Massnahmen zu zahlen.

Bei den Fragen in eigener Sache sind 85% mit der Informationspolitik aus dem Rathaus zufrieden (65%) oder sehr zufrieden (20%). 13% finden es dürfte noch besser sein und 1% ist unzufrieden. Trotz der grossen Zufriedenheit ist es ein Anliegen, die Informationspolitik dauernd zu optimieren.

Sowohl bei der Verwaltung wie beim Werkhof sind 87% bzw. 88% mit der Kompetenz zufrieden oder sehr zufrieden. Dies ist sicher ein gutes Zeugnis, trotzdem sind auch hier allfällige begründete Ursachen für die 13% bzw 12% der Unzufriedenen zu eruieren. Ueber 90% der Befragten sind zufrieden bis sehr zufrieden mit der Freundlichkeit. Von den negativen Antworten betreffen 9% die Verwaltung bzw. 8% den Werkhof. Es ist daran zu arbeiten, dass auch diese Zahl noch reduziert wird. Für einen Dienstleistungsbetrieb ist jegliche Unzufriedenheit in bezug auf Freundlichkeit ernst zu nehmen.

Nach der Frage nach Abendöffnungszeiten wünschen sich 49% eine Oeffnung bis 19.00 Uhr. An welchem Abend ist für 41% der Antwortenden egal und mit 22% hat der Donnerstag die höchste Quote erreicht.


Nach den wichtigsten Problemen Aarburgs befragt wurden nach Häufigkeit folgende Nennungen gemacht
Verkehrssituation 31%
Ausländeranteil 16%
Finanzen 14%
Höhe des Steuerfusses 11%
Neben diesen Hauptproblemen Aarburgs wurden auch die nachlassende Attraktivität mit ungenügenden Einkaufsmöglichkeiten im Städtli von 4 % der Antwortenden genannt. 3.6 % halten die Schaffung neuer Arbeitsplätze (Wirtschaftsförderung) für das wichtigste Problem. Mehr als 10 Nennungen erhielten die Pflege der Grünzonen (inkl. Friedhof), die Sauberkeit, die Jugendarbeit und die Qualität der Schule.

Nach der Lösung für diese Probleme wurden die Ortskernumfahrung mit grossem Abstand an erster Stelle genannt. Weitere Lösungsvorschläge waren im Bereich Finanzen „vermehrte Kooperation mit Nachbargemeinden“ „sparen wo nötig“ und „Wirtschaftsförderung“. All diese Vorschläge werden aber bereits umgesetzt. Zumindest ist es also eine Bestätigung, dass der GR offenbar die richtigen Massnahmen bereits in Angriff genommen hat. Andere Lösungsvorschläge sind hingegen schwierig oder gar nicht umsetzbar zum Beispiel „säumige Steuerzahler im Anschlagkasten veröffentlichen“ oder „weniger Ausländer in der Gemeinde aufnehmen“ oder „Bevölkerung wachrütteln“. Auf vielen Gebieten wie Ausländer, Verkehr, Sicherheit, Sauberkeit und Jugendarbeit fällt auf, dass mehr Kontrollen und Polizeipräsenz als Lösung vorgeschlagen werden. Dies ist eindeutig ein Hinweis, dass die Gemeindepolizei zu wenig wahrgenommen wird.

Unter der Rubrik „Was sie dem GR sonst noch sagen wollten“ gab es neben dem Vorschlag „einen neuen GR einzusetzen“ zahlreiche Komplimente für die Durchführung dieser Befragung und auch viele gute Wünsche für die Arbeit des GR und der Verwaltung in der nicht ganz einfachen Aufgabe.

Sehr erfreulich war das Echo auf die Frage, wo man selber gerne mitarbeiten würde. Insgesamt haben sich 58 Mitbürger für die Mitarbeit auf den verschie-densten Gebieten gemeldet. Dies gibt ein gutes Reservoir an Leuten, die auf den Gebieten Tourismus (7), Kultur (6), Schule/Jugend (7), Soziales (12), Verschie-dene freiwillige Einsätze (23) ihre Mitarbeit angeboten haben. Auf dieses Angebot werden die Verantwortlichen bei Gelegenheit gerne zurückgreifen.

Der GR und die Verwaltung bedanken sich für das aktive Mitmachen bei dieser Befragung und die zahlreichen guten Vorschläge und Hinweise. Viele dieser Anregungen werden wir aufnehmen und wo möglich und nötig auch umsetzen.

 

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