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Hochwasser in Aarburg:
Feuerwehr und Zivilschutz im Grosseinsatz

Starke Niederschläge führten am späten Mittwochabend auch in Aarburg zu erheblichen Überflutungen mit grossen Schäden.

Überschwemmung
Hochwasser: der Aarequai war gänzlich unpassierbar (Bild: deskall.ch)

Innert Wochenfrist nach dem glimpflich ausgegangenen Brand in einer Tiefgarage wurde die Feuerwehr Aarburg erneut zu einem Grossereignis aufgeboten. Bereits am späteren Nachmittag des Mittwochs waren Angehörige der Feuerwehr aufgrund der Alarmmeldungen des Bundesamtes für Umwelt damit beschäftigt, die Situation entlang der Wigger und Aare laufend zu analysieren. Niemand erwartete jedoch das Ausmass der verheerenden Verwüstungen in der folgenden Nacht auch nur annähernd. Als die Aare unaufhörlich stieg und damit auch die Wigger in ihrem Mündungsgebiet zurückgestaut wurde, waren etliche Liegenschaften und der Zeltplatz direkt von den Wassermassen bedroht.

Die enormen Wassermengen, kurz nach Mitternacht waren es bis 1250 Kubikmeter pro Sekunde, liessen die Aare zu einem reissenden Strom anschwellen. Damit wurde die Rekordmarke aus dem Jahre 1972 um rund einen halben Meter übertroffen. Das Wasser ergoss sich in Keller, auf Strassen, durch Wohnungen und in Gärten. Die historische Badi wurde meterhoch überflutet. Das Ausmass der Verwüstungen des von Wigger und Aare mitgeführten Drecks und Schlamm wurde erst am Donnerstag bei Tagesanbruch in seinen Dimensionen richtig sichtbar.

Am Landhausquai, im Wiggerspitz und am Aareufer nördlich der Altstadt traten Wigger und Aare über die Ufer. Kurz nach zehn Uhr abends entschied sich die Einsatzleitung, den vom Hochwasser der Wigger überschwemmten Campingplatz zu evakuieren. Die Urlauber wurden in der nahen Mehrzweckanlage untergebracht. Zu ihnen gesellten sich im späteren Verlauf der Nacht Bewohner der gefährdeten und teils bis zum Erdgeschoss gefluteten Wohnhäuser im nördlichen Ortsteil. Die Asylbewerberunterkunft im Wallgraben musste ebenfalls geräumt werden. Die Betreuung aller gegen 60 evakuiertern Personen wurde von Angehörigen der Zivilschutzorganisation Wartburg vorbildlich bewerkstelligt. Als Partner der Bevölkerungsschutzes waren zudem Dutzende Helfer der Technischen Betriebe, des Werkhofes, benachbarter Feuerwehren sowie des Regionalen Führungsorgans im stundenlangen Einsatz.

Gegen die gewaltigen Wassermassen war aber keine wirksame Gegenwehr möglich. Um Mitternacht schliesslich ereignete sich zudem ein flächendeckender Stromunterbruch wegen der Überflutung einer Transformatorenstation. Es gelang den Technischen Betrieben, den Südteil Aarburgs schon nach kürzester Zeit wieder mit Elektrizität zu versorgen. Die Gebiete nördlich des Festungsfelsens wurden schrittweise zugeschaltet, weil viele Kabelverteilkästen unter Wasser standen. Einige wenige Gebäude konnten erst durch die Bereitstellung von Notstromaggregaten am Donnerstagmorgen wieder mit Strom versorgt werden. Der Verkehr in und um Aarburg kam zeitweise zum Erliegen, da auch in den Nachbargebieten viele Strassen gesperrt werden musste. Die Kantonsstrasse nach Olten war gegen 20 Stunden für den Verkehr gesperrt.

Bereits am späteren Donnerstagvormittag wurde allerorts mit Aufräumen begonnen. Die von den Überschwemmungen hart getroffenen Aarburgerinnen und Aarburger gingen mit beneidenswertem Elan zur Sache und unterstützten sich gegenseitig, als sich Aare und Wigger wieder zurückzogen. Hilfe erhielten auch die unermüdlich im Einsatz stehenden Angehörigen der Feuerwehr Aarburg vorab von den gegen 40 Zivilschutzangehörigen, dem Werkhof und dem technischen Personal der Einwohnergemeinde. Mit vereinten Kräften wurde begonnen, die durch das Unwetter entstandenen Verunreinigungen und Schäden zu beheben. Die Arbeiten werden sich auch unter Beizug von spontan mithelfenden Unternehmen aber gewiss noch einige Zeit hinziehen. Bleibt zu hoffen, dass keine grösseren Regenmengen mehr fallen und sich die Pegel der Flüsse wieder normalisieren.

 

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