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Besuch in Burgdorf und Solothurn
für Aarburg äusserst nutzbringend

Die Exkursion der Aarburger Behörde in die Kleinstädte Burgdorf und Solothurn hat wichtige Erkenntnisse geliefert: Die Probleme sind ähnlich gelagert. Das Entwicklungspotenzial in Aarburg ist grösser als man allgemein vermutet. Auch in Aarburg - wie in Burgdorf und Solothurn - lässt sich zunehmend ein „Drive“ für ehrgeizige Projekte zugunsten der Wohn- und Lebensqualität im Aarestädtchen feststellen.


Die von Rudolf Rast geführte Gruppe

Was die Stadt Solothurn in den letzten fünf bis sechs Jahren erreicht hat ist nachahmenswert. Die Ambassadoren-Stadt erfährt einen wahrhaftigen Aufschwung. Kreuzackerpark, Altes Schlachthaus, Altes Spital, Palais Besenval und das Landhaus wurden neu gestaltet respektive saniert. Zahlreiche andere Projekte sind in der Pipeline. Ganz Solothurn West wird einer Quartierentwicklung mit ehrgeizigen Zielen unterzogen, wobei verschiedenste Interessengruppen mit ins Boot genommen werden. Solothurn setzt auf Nachhaltigkeit, Beteiligung und die Umsetzung in verschiedenen Handlungsfeldern, sei es im Zusammenleben, Gestalten, Treffen von baulichen Massnahmen, Quartiermarketing und so weiter.


Aufschlussreiche Referate im Gemeindesaal

Public-Private-Partnership
Der Aarburger Gemeinderat und weitere Fachleute wurden offen und ausführlich über die Anstrengungen der Stadt Solothurn durch den Stadtbaumeister sowie den Stadtplanungs-Chef orientiert. Die Stadt, welche die Filmtage, das Klassik-Open-Air, die Literaturtage und die Schweizerischen Gesundheitstage durchführt, muss sich im Standortwettbewerb sputen und Unterbringungsangebote erweitern, um die attraktiven Veranstaltungen weiterhin übernehmen zu können und der Stadt wichtige Impulse zu sichern. Die Solothurner setzen ihre Vorhaben professionell um. Wichtige Investoren konnten gefunden und zu einer Public-Private-Partnership-Zusammenarbeit gewonnen werden. Über wichtige Entwicklungsgebiete wurden Wettbewerbe durchgeführt, die nicht nur die architektonische Gestaltung vorschlagen, sondern bis zum Betriebskonzept die ganze Palette des sich zu Überlegenden für die Zukunft einreichen. Zwar ist die Stadt Solothurn mit ihrer markanten, barocken St. Ursen-Kathedrale nicht vergleichbar, aber immerhin liegt die Stadt ebenfalls an der Aare, und was Solothurn aus ihrem Aareraum in den letzten Jahren bewerkstelligt hat, ist vorbildlich. Den Anfang einer See- (Solothurn verfügt wegen der Stauung in Flumenthal immer über den gleichen Wasserstand) respektive einer Barmeile entlang der Aare ziert der Umbau des Alten Schlachthauses, das in einen Restaurant- und Barbetrieb umgenutzt wurde unter Wahrung seiner Ursprünglichkeit und Einzigartigkeit. Das Innen-Mauerwerk erzählt die Geschichte des von aussen unspektakulär, aber stilvoll erscheinenden Alten Schlachthauses und birgt eine lebendige, jugendliche Atmosphäre im Raum an der Aare.


Umgebautes, altes Schlachthaus


Altes Schlachthaus: achitektonisch interessant

Anliegen von Aarburg und Burgdorf ähnlich
Die zweite Etappe der gemeinderätlichen Exkursion führte ins Emmentalische Burgdorf. Burgdorf, wie Aarburg, verfügt über ein markantes Wahrzeichen. Mit dem Schloss oberhalb der Altstadt besteht ein Monument und eine emotionale Bindung analog der Aarburgerinnen und Aarburger mit der Festungsanlage. Auch Burgdorf will die Schlossanlage in naher Zukunft nutzbar machen, das heisst anders nutzbar machen, als dies im Moment der Fall ist Das Schloss beherbergt heute das Untersuchungsgefängnis und das Richteramt. Nur allmählich wird das Schloss für die Öffentlichkeit geöffnet: Es finden Schlossnächte, Apéros im Rit-tersaal und Führungen statt. „Auch in Aarburg wird die Bevölkerung betrogen, indem das Aarburger Wahrzeichen für ein Jugendheim geopfert wird“, ist Exkursionsleiter und Chefplaner Rudolf Rast der Meinung. „Ein Umdenken muss stattfinden und die Nutzung der Festungsanlage muss früher oder später der Öffentlichkeit übergeben werden.“ Daran wird der Aarburger Gemeinderat arbeiten, und hoffentlich wird er von der Bevölkerung und einem fortschrittlich denkenden Kanton unterstützt.

Altstadt-Herausforderung
Eine ähnliche Problematik wie Aarburg kennt Burgdorf in Sachen Altstadt. Das heisst Burgdorfs Situation ist noch schwieriger als jene im Aarestädtchen. Der Gemeinderat Aarburg verfolgt qualitatives Wohnen, durchmischt mit Geschäften und Gastronomiebetrieben. Die Altstadt braucht Leben, um der Bevölkerung Lebens- und Wohnqualität bieten zu können. Der Wochenmarkt oder der Stadtpark, wo die Durchführung von Veranstaltungen wie zum Beispiel Theater oder Musik-Events wünschenswert sind, gehen in die richtige Richtung. Verschwindet Leben aus der Altstadt wird der Raum durch Randgruppen besetzt und die Prob-leme lassen nicht lange auf sich warten. Die Gemeinde und ihr Städtli dürfen deshalb den Zug nicht verpassen und müssen rasch die Rahmenbedingungen für die künftige Nutzung überprüfen und anpassen.

Von beiden besuchten Städten lernen
Der Gemeinderat Aarburg kann von beiden Beispielen, Burgdorf und Solothurn, profitieren. Die Kontakte sind geknüpft. Eine weitere Zusammenarbeit ist sehr wahrscheinlich. Der Gemeinderat fand sich durch die Besuche anderer Altstädte bestätigt, dass Aarburg ein hohes Entwicklungspotenzial aufweist, insbesondere auch durch die hervorragende, verkehrstechnische Lage sowie das Naherholungsgebiet an der Aare und in den naheliegenden Waldgebieten der Anhöhen Säli und Born. Eines ist dem Aarburger Gemeinderat besonders aufgefallen: So-wohl in Solothurn als auch in Burgdorf legt man ein grosses Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein für eine prosperierende Zukunft ihrer Städte an den Tag.

 

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