News zurück

Gemeinderat Aarburg verlangt gleich lange Spiesse für die Standortentscheide Wiggertalstrasse und neuer Aareübergang

Die Optionen müssen nördlich und südlich der A1 gleichwertig behandelt werden

Die Festlegung der Wiggertalstrasse im geplanten ökologischen Aus-gleich auf Aarburger Boden ist unnötig und als Folge der präjudizierenden Wirkung abzulehnen, sagt der Gemeinderat Aarburg entschieden zu den Plänen des Aargauer Baudepartementes.

Die Orientierungsveranstaltung des Departementes Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) zusammen mit dem Gemeinderat Aarburg zur Frage, wie es mit der Wiggerrenaturierung weitergehen soll, habe auf Grund der öffentlich geführten Diskussion klar gezeigt, dass die Aarburger Bevölkerung sowohl mit dem Autobahnausbau auf sechs Streifen zwischen Härkingen und Wiggertalerkreuz als auch mit der Realisierung eines Ökologie-Ausgleichs für das Strassenbauprojekt und der Wiggerrenaturierung, beides auf Aarburger Gemeindegebiet, einverstanden ist, schreibt der Gemeinderat Aarburg in seinem neuesten Verhandlungsbericht.

Optionen Wiggertalstrasse
Verstanden werde nicht, dass die Baudirektion die Wiggertalstrasse unbedingt zusammen mit den Projekten Ökologie-Ausgleich und Wiggerrenaturierung auf Aarburger Boden festlegen wolle. Dafür gäbe es zum heutigen Zeitpunkt absolut kein Erfordernis, auch wenn sich der Baudirektor hier eine Option für den späteren Bau der Wiggertalstrasse auf dem Abschnitt zwischen Bernstrasse und Rieshalden sichern möchte. Aus Sicht des Kantons betrachtet, könne dem Anliegen ein gewisses Verständnis entgegengebracht werden. Der Kanton berücksichtige aber zuwenig, dass er damit die Gemeinde Aarburg für die Projektierung und Realisierung der Wiggertalstrasse und des neuen Aareübergangs völlig unnötig innerhalb der Region und insbesondere gegenüber der Nachbargemeinde Rothrist in eine ungünstige Verhandlungsposition dränge und notabene den Widerstand der Gemeinde Aarburg provoziere. Der Kanton sei nochmals eindringlich aufgefordert worden, auf die vorzeitige Freihaltung der Wiggertalstrasse im Ökologie-Ausgleichs-Gebiet zu verzichten. Es seien vorgängig südlich gleichwertige Optionen zu suchen und man sei damit einverstanden, dass sowohl eine nördliche als auch eine südliche Variante als Vorinformation oder behördenverbindlich im Kan-tonalen Richtplan eingetragen werde. Dies umso mehr, als zum Zeitpunkt der Realisierung die Wiggertalstrasse Süd auch die Funktion einer Erschliessungsstrasse übernehmen könnte.

Standort neuer Aareübergang muss zuerst gefunden werden
Die vorzeitige Festlegung von Teilstücken der Wiggertalstrasse im unteren Abschnitt entbehre zudem der sachlichen Logik, ist der Aarburger Gemeinderat der Meinung. Vordringlich sei der Standort der neuen Aarebrücke festzulegen, was auch Baudirektor Peter C. Beyeler anlässlich der Orientierungsveranstaltung am 20. Februar in Aarburg als prioritär beantwortete. Bevor die Aarebrücke in ihrer Lage nicht bekannt sei (der Perimeter erstreckt sich bis zur Brücke Murgenthal), mache es wenig Sinn und es sei unnötig, voreilig Freihaltetrassen für die WTS zu bestimmen, ist die Aarburger Exekutive überzeugt. Für die Gemeinde Aarburg komme seit Beginn der Diskussion um eine Wiggertalstrasse ohnehin eine solche nur verbunden mit einem neuen Aareübergang in Frage.

Wiggerrenaturierung ab bestehendem Bett ausführen
Der Gemeinderat Aarburg fasst zur komplexen Thematik zusammen, dass die Gemeinde Aarburg für das Bundesprojekt Autobahnausbau Hand biete, indem sie die dafür notwendige ökologische Ausgleichsfläche von etlichen Tausend Quadratmetern auf Aarburger Gebiet akzeptiere. Die Wiggerrenaturierung mit einer Ausuferung für den Hochwasserschutz könne ab bestehendem Flussbett in einem ersten Schritt realisiert werden. Würde sich der dereinstige Bau der Wiggertalstrasse in der Öko-Zone tatsächlich als die klügste erweisen, was der Gemeinderat bezweifelt (es werde kaum Sinn ergeben, nach Jahren wieder in die Öko-Zone einzugreifen und Baumaschinen für die WTS auffahren zu lassen, meint der Gemeinderat), könnte der Wiggerlauf mit dem Bau der WTS immer noch angepasst werden, ohne dass heute mit der Eintragung der Linienführung bereits eine (vollendete) Tatsache geschaffen würde. Kurz und bündig: Realisieren, was dringend und notwendig ist (Autobahn-Ausbau mit Natur-Ausgleich) und sauber gesamthaft planen, was in den nächsten Jahren anstehe (Fortführung Wiggertalstrasse ab Bernstrasse bis Rieshalden mit neuem Aareübergang), ist der Aarburger Gemeinderat überzeugt.

zurück