25. 11. 2015

Baubewilligung für Neubau Garage Galliker erteilt / Bevölkerungsbefragung Gestaltung Wigger



Baubewilligung für Neubau Garage Galliker erteilt

Kurz vor der Gemeindeversammlung vom Freitag kann ein Erfolg in den Bemühungen der Gemeinde für die Aufwertung in Aarburg Nord verbucht werden. Nach rund einjähriger Differenzbereinigung mit den kantonalen Stellen konnte der Garage Galliker die Baubewilligung erteilt werden. Der Garagenneubau darf als Vorzeigeprojekt für die zukünftige Bebauung entlang der Kantonsstrasse im Rahmen einer neuen „Gewerbezone Oltnerstrasse“ betrachtet werden. Er nimmt die neue Ordnung einer verdichteten, städtischen Zentrumsachse vorweg, welche die dahinterliegenden Wohngebiete vor dem Strassenlärm schützt.

Die Absichten von Unternehmer und Gemeinde waren ambitiös. Es galt ein Projekt zu entwickeln, welches sowohl auf der heute gültigen Nutzungsordnung bewilligungsfähig ist, aber auch bereits die neuen Parameter der sich in Vorbereitung befindenden Teiländerung Bauzonenplan Aarburg Nord berücksichtigt bzw. nach deren Genehmigung umsetzen kann.

Dabei muss auch ein Teil-Gestaltungsplan „Rotelstrasse – Wartburgstrasse“ ausgearbeitet und die gesamte Erschliessung ab Oltnerstrasse bzw. via rückwärtiger Gewerbeerschliessung gelöst werden, dies in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Stellen.


Gemeinderat Rolf Walser und Lars Bolliger, Leiter BPU, übergaben den Herren Galliker Senior und Junior am 11.11.2015 die Baubewilligung


Änderung Nutzungsplan mit Gestaltungsplanpflicht wird der
Gemeindeversammlung vom 27.11.2015 zur Genehmigung unterbreitet
Auf der Basis des Konzeptplans Aarburg Nord, der sich zu den Themen Raumplanung, Städtebau und Verkehr äussert und aufgrund diverser Workshops mit Grundeigentümern und Gewerbebetrieben erarbeitet wurde, ist die Teiländerung Bauzonenplan Aarburg Nord vorbereitet und zur Genehmigungsreife gebracht worden.

Kernpunkte der Änderung sind die Bereinigung der Nutzungsdurchmischung, die „Gewerbezone Oltnerstrasse“ mit verdichteter Bauweise und die verschiedenen Gestaltungsplanpflichten. Der Garagenneubau setzt diese neuen Festlegungen exemplarisch um und wird ein wegweisender Markpunkt für die zukünftige Ordnung entlang der Oltnerstrasse setzen, welche betreffend Gebäudehöhe, Fassadenprofil und Vorzone zur Oltnerstrasse sowie den Nutzungsbestimmungen klare Vorgaben macht. Alle detaillierten Planungsvorgaben werden ergänzend zur Bau- und Nutzungsordnung im Gestaltungsplan geregelt.

Der Neubau wird als längsgerichteter Baukörper den Strassenraum markant und städtisch begrenzen und eine wichtige Lärmschutzfunktion übernehmen. Damit dies über die gesamte Parzellenlänge möglich wird, muss auch der Aufgang der Personenunterführung neu gelöst werden.

Aufgang der Personenunterführung Längacher wird neu erstellt
Die heutige Rampenanlage greift weit in das Areal der Garage Galliker hinein und würde das Neubauprojekt in dieser Form verhindern. Daher wurden mit der Abteilung Tiefbau / Kunstbauten des Kantons ein Abbruch und eine Neukonzeption beschlossen.

Die neue Treppenanlage kommt parallel zur Oltnerstrasse zu stehen und die Rampe wird ersetzt durch einen öffentlichen und behindertengerechten Lift. Die Garage Galliker als Verursacher wird gegenüber dem Kanton zahlungspflichtig.

Der Garagenbetrieb wird über die Grubenstrasse und intern via rückwärtige Gewerbestrasse erschlossen. Dazu wird der Anschluss ab Oltnerstrasse in einer ersten Phase als Vollanschluss ausgebaut.

Ausbau der Oltnerstrasse und rückwärtige Erschliessung notwendig
Der partielle Ausbau der Oltnerstrasse für den Anschluss Grubenstrasse gilt als Verursacherknoten und muss von der Garage Galliker AG getragen werden, wobei auch hier der Kanton als Bauherr auftritt.

Im Rahmen des Gestaltungsplans „Rotelstrasse – Wartburgstrasse“ wird unter anderem die rückwärtige Erschliessung über die neue Gewerbestrasse verbindlich geregelt, welche bis zur nördlichen Wartburgstrasse weitergeführt wird. Dieser zweite Abschnitt wird nötig, um das Gewerbeland zwischen Gruben- und Wartburgstrasse ebenfalls rückwärtig erschliessen zu können. Die Kantonsstrasse lässt künftig nicht mehr beliebig viele Ein- und Ausfahrten zu.

Die Kosten für die Gewerbestrasse werden über einen Beitragsplan unter den Bevorteilten verteilt, wobei auch die Gemeinde ihren Anteil leisten wird. Der dafür notwendige Landerwerb konnte zu grössten Teilen bereits sichergestellt werden.

Der Gewerbeneubau ist für Aarburg nicht nur aus städtebaulicher Sicht sehr wertvoll, sondern auch aus wirtschaftlicher, sollen doch künftig mehr Angestellte als heute beschäftigt werden.

Investition für 80 Arbeitsplätze sowie Wohnungen im Attikageschoss
Gemäss Aussage von Emil Galliker, Seniorchef der Galliker AG, sollen im gesamten Betrieb mit Verkauf, Büro, Werkstatt, Carosserie sowie Regionallager ca. 80 Mitarbeiter beschäftigt werden. Dies bedeutet für das Gebiet Aarburg Nord im Allgemeinen und den Werkplatz im Speziellen einen gewichtigen Schritt nach vorne. Damit wird das strukturell schwache Gemeindegebiet aufgewertet und erhält einen konkreten Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung. Es ist ein erstes Puzzleteil, welches zusammen mit den flankierenden Massnahmen seitens Gemeinde und Kanton längerfristig ein erfreuliches Gesamtbild ergeben soll.

Ökologischer Ausgleich kommt der Renaturierung Stampfibach beim Kindergarten Alte Zofingerstrasse zugute
Das Neubauprojekt umfasst ein zurückversetztes Attikageschoss, welches vorerst Büroflächen und zwei betriebsgebundene Wohnungen beinhaltet. In einer zweiten Phase soll das gesamte Geschoss für Attikawohnungen umgenutzt werden. Dies in Übereinstimmung zur neuen „Gewerbezone Oltnerstrasse“.

Wie die bestehende Garage wird auch der Neubau den Sonnmattbach überbauen. Obwohl dieser nur unregelmässig Wasser führt und auf der gesamten Länge in einer Betonröhre in bis zu 6 Meter Tiefe verläuft, muss die Bauherrschaft eine sechsstellige Summe als ökologische Ausgleichszahlung entrichten, da es sich rechtlich um ein öffentliches Gewässer handelt. Die Gemeinde hat sich in Abstimmung mit der Bauherrschaft beim Kanton dafür eingesetzt, dass das Geld für ein konkretes Projekt in Aarburg verwendet wird.

Das neu entstehende Bachbett des umgelegten Stampfibachs kurz vor der Einmündung in den Brühlbach


Im Anschluss an die zurzeit gebaute Umlegung des Stampfibaches beim Falkenhof wird bachaufwärts der Bachlauf renaturiert und auch für den Unterhalt besser zugänglich gemacht. Dank dem zusätzlichen Betrag kann der Projektperimeter bis zur Frohburgstrasse erweitert und vor allem auch die nach dem Abbruch des einen Kindergartens „Pfrundmätteli“ neu zu gestaltende Umgebung naturnah und unter Einbezug des Bachlaufes insbesondere für die Kinder interessant gestaltet werden.

Im Zuge der Neugestaltung der Umgebung zum Kindergarten und der bereits eröffneten neuen Unterflur-Sammelstelle (Glas, Blech) wird zum Knoten Alte Zofingerstrasse – Frohburgstrasse ein kleiner Quartierplatz geschaffen.

Quartierplatz mit neuem Brunnen Dank der tba energie ag
Dank der grosszügigen Unterstützung der tba energie ag durfte für das Plätzchen ein neuer „Quartierbrunnen“ entworfen werden, an welchem sowohl die Kinder wie auch die älteren Menschen vom nahen Alterszentrum Falkenhof sicher grosse Freude haben werden.

Der Betonbrunnen wird aber generell zur Aufwertung des Quartiers beitragen und dem Ort eine neue Identifikation geben.

Kindergarten „Pfrundmätteli“ mit dem für den neuen Brunnen vorbereiteten Quartierplatz


Private Investoren und öffentliche Hand gemeinsam zum Erfolg
Lars Bolliger, Leiter Bau Planung Umwelt, gibt sich zuversichtlich, dass die Brunnenschale noch vor Weihnachten versetzt werden kann und die Arbeiten planmässig und im Rahmen des Budgetkredits abgeschlossen werden können.

Die erfolgreich und gemeinsam geplanten, teilweise bereits realisierten Projekte, wie der Neubau der Garage Galliker, hier auch im Zusammenspiel mit dem Kanton, die Umlegung und Renaturierung Stampfibach und der Quartierplatz „Pfrundmätteli“ zeigen das Potenzial von Entwicklungs- und Aufwertungsmöglichkeiten auf, wenn die öffentliche Hand und die privaten Investoren auf ein gemeinsames Ziel hin arbeiten und zum Schluss beide Seiten einen Mehrwert erhalten.



 

Bevölkerungsbefragung Gestaltung Wigger

Ende November 2015 führt die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) eine Bevölkerungsbefragung in den Gemeinden Aarburg, Oftringen, Rothrist, Strengelbach, Zofingen und Brittnau durch.

Mit der Befragung sollen die Bedürfnisse, Präferenzen und Ansprüche der Bevölkerung hinsichtlich der Gestaltung der Wigger, dem Kanalsystem des Tychs und dem Raum entlang der Wigger in Erfahrung gebracht werden und damit eine Diskussion über die zukünftige Entwicklung der Wigger anstossen.

Kanalsystem  Tych in  Aarburg


Anhand einer unabhängigen Stichprobe wurde ein Fragebogen an 2500 Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinden versendet. Die Auswahl der Adressen erfolgte nach dem wissenschaftlichen Prinzip der repräsentativen Stichprobe, damit die Meinung der Bevölkerung in ihrer ganzen Breite erfasst werden kann.

Je mehr angeschriebene Personen sich an der Befragung beteiligen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse sein. Die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL bittet Sie daher, den Fragebogen bei Erhalt auszufüllen und bis spätestens 30. November 2015 an sie zurückzusenden. Selbstverständlich werden Ihre persönlichen Angaben vertraulich behandelt und alle Antworten anonym ausgewertet. Bei Fragen können Sie sich an Stefanie Müller (stefanie.mueller@wsl.ch / 044 739 28 78) wenden.




Gemeinde Aarburg
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CH-4663 Aarburg

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