11. 09. 2013

Planungen im Städtchen sollen im nächsten Sommer dem Volk vorgelegt werden / Baubewilligungen




Planungen im Städtchen sollen im nächsten Sommer dem Volk vorgelegt werden

Gemeinderat Aarburg gibt grünes Licht für zwei Gestaltungspläne
und die Aufwertung Bärenplatz

Zu Beginn der Stadtaufwertung stand das Städtchen im Zentrum der Überlegungen für eine attraktive und florierende Gemeinde. Doch die Ereignisse und auch die Initiativen von privater Seite hatten die Prioritäten verschoben. Jetzt kommt aber definitiv Bewegung in die Planungen im Städtchen: Auf der Planungsebene soll das Altstadtreglement von zwei Gestaltungsplänen abgelöst werden, auf der baulichen Seite wurde das Projekt Bärenplatz soweit überarbeitet und in eine überzeugende Form gebracht, dass der Gemeinderat zur Umsetzung der Gemeindeversammlung von Juni 2014 einen Verpflichtungskredit unterbreiten will.

Die Schwerpunkte Altstadt und Bärenplatz sind Vorhaben, welche wesentlich zur Aufwertung Aarburgs beitragen sollen. Es hat sich im Planungsprozess herauskristallisiert, dass die beiden Bearbeitungsschwerpunkte nicht nur absolut wesentlich und zentral sind, sondern auch sehr anspruchsvoll.

An der Sitzung von Ende Juni hat sich der Gemeinderat erneut intensiv mit der Altstadt befasst und einerseits die beiden Gestaltungspläne „Städtchen“ und „Vorstadt“ mit den zugehörigen Sondenutzungsvorschriften sowie dem „Leitfaden zum Bauen in der Altstadt“ verabschiedet. Damit verbunden ist eine Teiländerung des Zonenplans und Ergänzung der Bau- und Nutzungsordnung.

Andererseits wurde das überarbeitete Projekt für die Aufwertung Bärenplatz ebenfalls verabschiedet. Auf der Basis einer Grundlösung kann das Projekt mit Optionen ausgebaut werden.

Die Einbindung des Forums und der Städtchenbewohner sowie der gesamten, interessierten Bevölkerung war wichtig und hat einen vertieften Planungsprozess ausgelöst. Zwar wurde ein weiteres Jahr dafür beansprucht, dafür darf das heute vorliegende Resultat als Gewinn betrachtet werden, für welches sich die Mitwirkung des Forums und deren Arbeitsgruppen gelohnt hat, insbesondere für die Planung Bärenplatz.

Anstelle des „Altstadtreglements“ treten zwei Gestaltungspläne
Das Städtchen muss attraktiver werden! Wohnen und verweilen in der Altstadt soll gefördert und die entsprechenden Nutzungen in zeitgemässe, aber historisch korrekte Architektur gekleidet werden. Das heutige „Reglement für das Bauen in der Altstadt“ ist sehr eng und konservativ gehalten und schliesst moderne Architektur bei Ersatzbauten und zeitgemässe Wohnformen bei umfassenden Sanierungen weitgehend aus. Dies soll, jedoch immer im Rahmen des geschützten Ortsbildes und der geschützten Einzelobjekte der unter Schutz stehenden Altstadt, mit der Änderung der Planungsinstrumente ermöglicht werden.

Die Anpassungen erfolgen in Absprache mit der kantonalen Denkmalpflege, dem Ortsbildschutz und der Abteilung Raumentwicklung. Die Planung sieht vor, das Altstadtreglement aufzuheben, zwei Gestaltungspläne „Städtchen“ und „Vorstadt“ mit detaillierten Sondernutzungsvorschriften, abgestimmt auf die spezifische Situation, zu erlassen und einen Leitfaden als Arbeitshilfe für Bauherren, Planer und Behörde herauszugeben.

Städtchen und Vorstadt gehören beide der Altstadtzone an, weisen jedoch ganz unterschiedliche Charaktere und räumliche Situationen auf. Mit den darauf abgestimmten Gestaltungsplänen sollen ortspezifische und damit optimale Sanierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Aarburg geht damit, zusammen mit dem Kanton, im Umgang mit der Altstadt einen neuen Weg und leistet hier einen Planungsbeitrag, welcher durchaus auch für andere Altstädte interessant werden könnte.





„Städtchen“ und „Vorstadt“
Kernstücke des Gestaltungsplans „Städtchen“ sind die Differenzierung zwischen Aarezeile, Bärenzeile und Bergzeile, das Baufeld „Stadtrekonstruktion“ sowie das Parkierungsregime und die Regelung für die Aaregärten.

Weiter legt sich der Gemeinderat mit dem Gestaltungsplan fest, auch künftig die Erdgeschossnutzungen der Häuser am Bärenplatz ausschliesslich öffentlichen (Läden etc.) und halböffentlichen (Kleingewerbe) Nutzungen vorzubehalten.

Der Gestaltungsplan „Vorstadt“ zeichnet sich aus durch festgelegte Baufelder und Durchblicke zur Festung als Ergänzung der vorstädtischen Siedlungsstruktur.


   


Leitfaden als Arbeitshilfe für Planer und Hauseigentümer
Der neugeschaffene Leitfaden ist als Arbeitshilfe zu verstehen und kann aufgrund von Erfahrungen periodisch ergänzt oder angepasst werden.

Neben einem geschichtlichen und einem bauhistorischen Abriss des Städtchens Aarburg gibt der Leitfaden hilfreiche Empfehlungen ab. Gebäude- und Dachformen, Proportionen und geeignete Materialien sowie mögliche Freiflächengestaltung werden erläutert. Ebenso werden anhand eines Hauses der Aarezeile mögliche Sanierungs- und Ausbaumassnahmen in Planform dargestellt und die Anforderungen an Baugesuche beschrieben.

Teiländerung Zonenplan und Anpassung der Bau- und Nutzungsordnung
Weil das „Reglement für das Bauen in der Altstadt“ aufgehoben werden soll, sind in der BNO zusätzliche, ergänzende Bestimmungen festzusetzen, welche übergeordnet und in Ergänzung zu den Sondernutzungsvorschriften die grundlegende Ordnung vorgeben.

Dadurch werden auf der Ebene der Nutzungsplanung grundsätzliche Bestimmungen zum Schutz und zur Aufwertung der Altstadt deutlicher festgeschrieben oder ergänzend aufgenommen.

Der Zonenplan wird der neuen Ausrichtung angepasst. In Abstimmung zur Planung Bärenplatz soll das „Tänzli“ in die Altstadtzone integriert werden. Weiter wird die Altstadtzone gegen Norden reduziert und dem neu einzutragenden Gestaltungsplanperimeter „Städtchen“ angepasst. Die Flächen ausserhalb dieses Perimeters werden neu der Kernzone zugeordnet.

Auch das Areal der „Alten Gärbi“ wird miteinbezogen
Das Areal „Alte Gärbi“ wird gleichzeitig und aufgrund einer Machbarkeits- und Dichtestudie von der W 3 bzw. WG 3A-Zone ebenfalls in die Kernzone umgewandelt. Das Areal benötigt zudem eine neue Sondernutzungsplanung, damit es überbaubar wird. Das Areal ist heute Teil des Gestaltungsplans „Hinter dem Thor“ und entsprechend dieser Planung nicht erschliessbar. Die Gemeinde ist mit dem Grundeigentümer im Gespräch. Nur wenn eine Lösung betreffend dem Mehrwert erzielt wird, wird dieser Teil der Umzonung für die folgende, öffentliche Auflage in der Planung belassen.

Öffentliche Mitwirkung und Information für die interessierten Einwohner
Vom 30. September bis 29. Oktober 2013 liegen die Gestaltungspläne sowie die Teiländerung Zonenplan zur Mitwirkung auf der Abteilung Bau Planung Umwelt öffentlich auf. Jeder Aarbiger ist eingeladen, sich an der Mitwirkung zu beteiligen.

Am Montag, 14. Oktober 2013 findet um 19.00 Uhr im Saal des Gasthofs Bären zudem eine öffentliche Informationsveranstaltung statt. Behördenvertreter und die beigezogenen Fachplaner werden die Vorlage erläutern und gerne die Fragen der Bevölkerung beantworten.

Gleichzeitig zur Mitwirkung nehmen die kantonalen Fachstellen die Vorprüfung der Planung vor. Nach vorliegen der abschliessenden Vorprüfung wird die öffentliche Auflage durchgeführt. Die Teilrevision des Zonenplans sowie die Ergänzung der Bau- und Nutzungsordnung werden abschliessend der Gemeindeversammlung vorgelegt. Dies ist für die „Sommergmeind“ 2014 vorgesehen.

Projekt Bärenplatz wurde zusammen mit dem Forum überarbeitet
Der Einbezug des Forums und dessen Arbeitsgruppen, welche sich im Jahre 2012 aktiv an der Überarbeitung des ersten Entwurfs beteiligt haben, haben sich ausbezahlt. Einerseits konnten gewisse Anregungen in das Projekt aufgenommen werden, andererseits hat sich dank der gegenseitigen Auseinandersetzung die eine oder andere Differenz als sehr klein erwiesen.

Das Forum wünscht sich erstrangig eine schöne, edle Platzgestaltung, welche nicht von der Strasse dominiert wird, Kurzzeit-Parkplätze für Kunden des Gewerbes, eine funktionierende Entwässerung des Platzes und des Städtchens, den Erhalt des Baumbestandes und einen baulichen Abschluss gegen das „Tänzli“.

Auf der einen Seite ist ein zukunftweisendes und mutiges Fortkommen gefragt, auf der anderen Seite wird ein zurückhaltendes Vorgehen angepeilt, welches in den Grundzügen auf dem Status quo basiert und zeitnah realisierbar ist. Diesen Ansprüchen soll das Projekt gerecht werden.

Öffentlicher Raum Bärenplatz wird beruhigt
Das Projekt bezieht sich auf das historische Stadtbild vor dem Städtlibrand von 1840. Es ist jedoch in keiner Art und Weise historisierend, sondern soll in einer zeitgemässen Formensprache die historischen Spuren sichtbar machen.
Es berücksichtigt die Voraussetzungen betreffend dem individuellen wie auch dem öffentlichen Verkehr und stellt dem Fussgänger genügend und attraktive Fläche zur Verfügung. Einkaufen und Verweilen sollen attraktiv sein. Eine Begegnungszone unterstützt diese Absicht wie auch 25 Parkplätze auf dem Bärenplatz und weitere 11 bei der Alten Post und am Kronenrain.

Im Zentrum des dreieckigen Platzes stehen der Brunnen und die Linde. Entlang den Häuserzeilen bleiben die Pflästerungen und Terrassen bestehen. Der gesamte restliche Platz inklusiv der Strasse werden als durchgehende, ruhige und einheitliche, schiefe Ebene ausgebildet. Die Fahrbahn wird gegen die Aarezeile durch die Pflästerung abgegrenzt.

Parkierung sowohl mit zentralen als auch und dezentralen Kurzzeitparkplätzen
Der nördliche Platzabschluss zum ehemaligen Institut hin bildet eine Arkade und drei hochstämmige Bäume, welche die zusammengefassten 20 Parkplätze integrieren bzw. zum Platz hin abtrennen sollen. Bestehende und neue Kurzzeitparkplätze ergänzen das Angebot.

Die Bushaltestellen werden auf die Strasse zwischen der Bäckerei und dem ehemaligen Institut gelegt.

Der Bärenplatz soll für Gartenrestaurants und Boulevardcafés, Festanlässe, Märkte oder einfach zum Flanieren und Verweilen attraktiv sein.

Der Platz wird mit LED-Strahlern an Masten beleuchtet, mit welchen Akzente gesetzt und Zonen unterschiedlich aus- oder angeleuchtet werden können. Anlässe können stimmig inszeniert werden.

Optionen sind möglich
Eine Bedarfsabklärung für private Parkplätze hat eine Nachfrage von mindestens 16 Parkplätzen ergeben. Sollte dies auch heute noch so sein, könnte unterirdisch eine Einstellhalle für 17 – 18 Parkplätze erstellt werden, die privat finanziert werden müsste. Damit könnte ein grosser Teil der privaten Parkplatzprobleme gelöst werden.

Als weitere Option kann die gesamte Tänzli-Parkfläche überdacht werden und eine dritte Option könnte die Pflästerung des gesamten Platzes sein.

Gelegentliche Überflutung der Liegenschaften wird behoben
Die bestehende Mischwasserableitung, welche bei starken Regenfällen überlastet ist und immer wieder zu Überschwemmungen geführt hat, wird mit einer Regenwasserleitung entlastet. Das Oberflächenwasser wird neu mit einer im Platz eingelassenen, versenkten Rinne gefasst werden.

Kreditvorlage im Sommer 2014
Der Gemeinderat ist vom überarbeiteten Projekt überzeugt und hofft, dass im Jahr 2015 die Umgestaltung und Aufwertung umgesetzt werden kann. Der Gemeinderat rechnet mit Kosten von ungefähr 1.3 Mio. Franken für den Platz und etwa 450‘000 Franken für die Abwassersanierung. Davon wird ein namhafter Teil aus dem Stadtaufwertungsfonds finanziert.

„Eine intensive Planung und fruchtbare Auseinandersetzung gelangt jetzt ans Ziel. Viele Aarbiger wünschen sich nach der Umfahrung des Städtchens auch die langersehnte Attraktivierung des Stadtkerns als Treffpunkt und Zentrum des öffentlichen Lebens“, gibt sich Gemeinderat Rolf Walser optimistisch. Die Stadtaufwertung zeitigt zunehmend positive Resultate, immer mehr auch in der Wahrnehmung der Bürger.




Baubewilligungen

An Erich und Therese Müller-Marani für Neubau Photovoltaik- und Solarthermie-anlage an der Engelbergstrasse 1; an Claudio und Ursula Zoli-Kissling für Neubau Photovoltaikanlage an der Engelbergstrasse 7; an Andreas Döbeli für Neubau Wärmepumpe am Haldenackerweg 7; an Heinrich Volkart für neue Heizungsanlage: Wärmepumpe am Mattenweg 3; an Andrea Hörner für Neubau Auto-Abstellplatz am Rütliweg 4; an Hans Ruesch für Wohnhaussanierung am Hausmattweg 1; an Jean-Claude Stadelmann und Renate Gufler für Ersatz Heizungsanlage an der Alten Zofingerstrasse 37. 

 

Gemeinde Aarburg
Rathaus, Städtchen 37
CH-4663 Aarburg

Telefon 062 787 14 20
Fax 062 787 14 10
E-mail: info@aarburg.ch