25. 08. 2010

Die Forumsgruppe Stadtaufwertung trifft sich zum ersten Mal



Forum Stadtaufwertung Bahnhof West / Gishalde

Im ersten Anlass der neu konstituierten Forumsgruppe zur Stadtaufwertung Aarburg standen die Bearbeitungsschwerpunkte Bahnhof West und Gishalde im Vordergrund. Bereits am 18. Mai hatte die Gemeinde gemeinsam mit dem Kanton und der Firma Franke über die Vorhaben orientiert.

Verzahnung der Projekte Gishalde und Bahnhof West
In der Gishalde plant die Firma Franke eine 2000 Watt-Siedlung, für deren Umsetzung der Abtausch von Land mit dem Kanton im Gebiet «Alti Stross» und die Einzonung von rund 15'000 Quadratmetern Landwirtschaftsfläche in eine Wohnzone für nachhaltiges Wohnen geplant sind. Die Pläne für das Projekt liegen noch bis 15. September im Rathaus auf. Am 26. November entscheidet die Gemeindeversammlung über die nötige Zonenplanänderung.

Das Projekt ist verzahnt mit dem Bearbeitungsschwerpunkt Bahnhof West. Mit der «Rondelle» verfügt der Kanton westlich vom Bahnhof über Land, das als Gewerbefläche in die Planung des Schwerpunkts Bahnhof West sinnvoll einbezogen werden kann. Der Kanton möchte dieses Areal nicht selbst entwickeln, ist aber bereit es unentgeltlich an die Gemeinde abzutreten, um die Stadtentwicklung zu unterstützen.




Siegerprojekt Überbauung Bahnhof
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Ergebnisse der Landschätzung
Beim Orientierungsanlass am 18. Mai kam die Frage auf, welchen Wert die Landstücke in der Gishalde, an der Alten Stross und die Rondelle haben. Daraufhin wurde der unabhängige Landschätzer Rudolf Jordi mit einem Gutachten beauftragt. Demnach realisieren alle drei beteiligten Seiten einen Gewinn am Projekt. Unter Berücksichtung der Einzonung und des vereinbarten Bauverzichts von 15 Jahren an der Alten Stross liegt der Mehrwert für Kanton und Franke bei je rund 0.3 Millionen Franken. Die Gemeinde erhält mit der Rondelle einen Mehrwert von 1.6 Millionen Franken.

Diskussion
In der Diskussion, die Rodolfo Ciucci von der Fachhochschule Nordwestschweiz moderierte, konnten die Forumsmitglieder ihre Meinung zum Projekt, Fragen und Bedenken äussern. Die Teilnehmenden attestierten dem Projekt ein einleuchtendes, gut ausgearbeitetes Konzept. Es habe das Potenzial, Aarburg Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit zu verleihen und national auszustrahlen.

An die Vertreter der Gemeinde wurde die Frage gerichtet, ob es für die Entwicklung der Rondelle bereits interessierte Investoren gebe. Gemeindeammann Karl Grob erläuterte, dass die Rondelle baureif vermarktet werden solle, wozu noch Planungsunterlagen erstellt werden müssen. Deshalb seien noch keine potenziellen Investoren angesprochen worden. Gleichwohl seien bereits Interessenten auf die Gemeinde zugekommen. Angesichts des gesunden Schweizer Immobilienmarkt sei er optimistisch, dass die Vermarktung gelingt.





Mobilität und Parkplätze
Die Forumsteilnehmer hinterfragten kritisch die Annahme des 2000 Watt-Projektes, das durch die Erschliessung des Areals, durch den öffentlichen Verkehr und nachhaltige Mobilitätskonzepte wie Carsharing der automobilisierte Individualverkehr der Quartier-Bewohner deutlich gesenkt werden kann. Markus Dobnik, Geschäftsführer Franke Immobilien, erklärte, dass dies eine Herausforderung sei und dass diese Fragen in den Wettbewerb für Bebauungs- und Gestaltungsvorschläge einbezogen werde, zu dem sich Franke verpflichtet hat.

Auch das geplante beschränkte Parkplatzangebot wurde thematisiert - ist dieses realisierbar oder führt es zum Ausweichen auf angrenzende Parklätze? Lars Bolliger, Leiter Bau, Planung, Umwelt, räumte ein, dass gerade hinsichtlich Besucher, eine gewisse Anzahl Parkplätze nötig sei. Er sieht kein Problem wenn weniger Parkplätze zur Verfügung gestellt werden, weil dies zu den klaren Rahmenbedingungen für die Überbauung der Gishalde gehöre. Zudem würden keine Parkplätze abgebaut, sondern eben nur weniger neue eingerichtet.

Generell wurde angemerkt, dass der öffentliche Verkehr zwar immer als ökologisch dargestellt werde, jedoch auch er die Umwelt belaste. Das Problem sei, dass zwischen Arbeiten, Wohnen und Einkaufen räumlich immer öfter grosse Distanzen bestünden. In der Diskussion wurde klar, dass dies ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, wie ja auch die wiederkehrenden Berichte über die Pendlerströme bei der SBB zeigen. Die Realisierbarkeit des Projekts Gishalde wird dadurch nicht berührt.




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Ausweitung des Wohnungsangebots
Bedenken äusserten die Forumsteilnehmer zur Ausweitung des Wohnungsangebots durch die 2000 Watt-Siedlung: Kann Aarburg dies verkraften, oder gibt es schon genug Wohnraum? Sinken durch das vergrösserte Angebot an Wohnraum die Mietpreise, was bedeutet das für die Zusammensetzung der Mieter?
Gemeindeammann Karl Grob verwies auf die Erfahrungen in der Überbauung Falkenburgpark, die dortigen Wohnungen seien mittlerweile gut vermietet. Durch die geplanten hochpreisigen Wohnungen an der Gishalde würden ausserdem eher gute Steuerzahler angezogen als so genannte bildungsferne Schichten. Andreas Hauswirth, Leiter Corporate Services bei Franke, erinnerte daran, dass die Schweiz weiterhin einen Bevölkerungszuwachs verzeichnet. Projekte wie die Entwicklung von Zürich-West zeigen, dass durch qualitativ hochstehende Projekte eine positive Eigendynamik für die Wirtschaft entstehen könne.






Weitere Zusammenarbeit im Forum
Am Ende der Veranstaltung äusserten die Forumsmitglieder Anregungen für die nächsten Sitzungen. Da der Wissenstand durch die Mitarbeit steige, solle künftig bereits Bekanntes nicht noch mal präsentiert werden, sondern schneller in das Thema eingestiegen werden.
Bei Geschäften, die anders als die Gishalde, in der Planung noch nicht so weit fortgeschritten seien, solle ausserdem dem Austausch, der Diskussion und der Meinungsbildung in Kleingruppen mehr Platz eingeräumt werden. 





 

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