29. 09. 2008

Regionale Schiessanlage Aarburg: Keine Ausdehnung der Schiesszeiten



Keine Ausdehnung der Schiesszeiten bei der
Regionalen Schiessanlage Aarburg

Betriebskommission Regionale Schiessanlage (BK RSA)
hat Arbeit aufgenommen

Seit dem zustimmenden Gemeindeversammlungs-Beschluss an der GV vom 20. Juni 2008 zum Kredit und zum Gemeindevertrag zwischen den Partnergemeinden Aarburg und Oftringen in Sachen Regionale Schiessanlage Aarburg (RSA) ist geraume Zeit verstrichen. Die Versammlung hatte das Kreditbegehren damals nach längeren und teilweise kontroversen Diskussionen mit 63 Ja-Stimmen bei 26 Nein-Stimmen deutlich angenommen und den Gemeindevertrag zwischen Aarburg und Oftringen mit 50 Ja zu 39 Nein-Stimmen genehmigt.

Betriebsreglement mit Detailregelungen in Bearbeitung
In der Zwischenzeit hat sich die Betriebskommission (BK RSA) konstituiert. Diese setzt sich zusammen aus Vertretern der Gemeinderäte und Bauverwaltungen aus Aarburg und Oftringen sowie aus Vertretern der verschiedenen Schiessvereine.

Als erstes ist die BK RSA unter der Leitung von Gemeinderat Rolf Walser, Ressortchef Sicherheit, daran, ein ausgereiftes Betriebsreglement auszuarbeiten. In diesem Reglement werden auch die Schiesszeiten, die Schiesszeit-Enden, die Ausnahmeregelungen, die Pflicht (bestand bisher nicht) zur öffentlichen Publikation der Schiesstage/Schiesszeiten sowie das Controlling für die Einhaltung dieser Zeiten etc., notabene für alle Vereine (nicht nur 300m) geregelt werden.

Aussagen in der Gemeindeversammlungs-Botschaft
In der Botschaft an die Stimmberechtigten zu Kreditbegehren und Gemeindevertrag wurden bezüglich Immissionen folgende Aussagen gemacht:

Aus dem inskünftigen Betrieb der Regionalen Schiessanlage Aarburg mit neu installierten Schiesstunnels sind unter dem Strich keine zusätzlichen Lärmimmissionen zu befürchten. Die bisher geltenden Schiesszeiten werden nicht ausgeweitet. Die Schützenzahlen sind rückläufig. Die Vereine sind bestrebt zu fusionieren. Es wird auch kein spürbarer Mehrverkehr befürchtet. Der Verkehr auf den Spiegelberg ist zur Hauptsache dessen Nutzung als Naherholungsgebiet zuzuschreiben.



Schiesszeiten: Was galt / Was gilt ?!

Bis 1988 galten für die 300m-Schiessvereine folgende Schiesszeiten:
28 Schiesshalbtage (à 4 Std.) an Werktagen = 56 halbe Schiesshalbtage
(à 2 Std.) an Werktagen und 4 Schiesshalbtage (à 4 Std.) am Sonntag.

Gestützt auf das vom Gemeinderat bereits 1987 beim Ingenieurbüro Härdi+Fritschi in Auftrag gegebene Lärmgutachten wurde mit Verfügung des Gemeinderates Aarburg vom 30.01.1989 und den nachgängig mit den Schützenvereinen erfolgten Verhandlungen die nachgenannten, seit 1989 unverändert geltenden beschränkten Schiesszeiten festgelegt:

Erlaubt sind den 300m-Schiessvereinen noch 20,5 Schiesshalbtage (à 4 Std.) an Werktagen = 41 halbe Schiesshalbtage (à 2 Std.) an Werktagen
und 2 halbe Schiesshalbtage (à 2 Std.) am Sonntag,
total also 43 halbe Schiesshalbtage.

Das Schiesszeit-Ende war dabei bisher auf 19.30 Uhr (Montag bis Freitag) bzw. auf 18.00 Uhr (Samstag) festgelegt. Das Schiesszeit-Ende am Sonntag ist formell nie geregelt gewesen, wobei die Schützenvereine von sich aus jeweils um 11.30 Uhr aufhören.

Die seit langen Jahren geltenden Regelungen wurden von den 300m-Schützen-vereinen mit Schwankungen bei den "halben Schiesshalbtagen" zwischen deren 42 und 40 pro Jahr stets eingehalten. Reklamationen wegen Schiesslärm oder überzogenen Schiesszeiten etc. mussten in den letzten Jahren keine verzeichnet werden!

Zusätzlich zu den 43 halben Schiesshalbtagen ist es den Schützen erlaubt, besondere Schiessen wie zB. das Wiggertal-Schiessen oder das Bezirks-Verbands-Schiessen oder auch das Feldschiessen durchzuführen. Diese Anlässe finden aber lediglich alle 4-5 Jahre in Aarburg statt. Ein solcher Ausnahme-Anlass (das Bezirks-Verbands-Schiessen) wurde in Aarburg am Donnerstag 28.08. und am Freitag und Samstag 05./06. September 2008 durchgeführt, was von Anwohnern denn auch als "vermehrte Schiesserei" wahrgenommen wurde.

Ausnameweise Schiessanlässe werden nur sehr selten durchgeführt, so zB., wenn ein Schiessanlass in einer auswärtigen Gemeinde aus irgendwelchen Gründen abgesagt wird oder zB. bei Schweizer Gruppenmeisterschaften, soweit die Aarburger Gruppen im Wettkampf bleiben. Weiter hat das Militär jederzeit das Recht, die Schiessanlage zu benutzen, was jedoch äusserst selten vorkommt.




Keine Ausdehnung der Schiesszeiten
Der Gemeinderat bekräftigt seine Aussage, wonach die seit Jahren geltenden (und überdies seit langem unbestritten) Schiesszeiten auch in Zukunft, bei der Zusammenlegung der Aarburger und Oftringer Schiessvereine, gelten und nicht ausgedehnt werden. Es bleibt also bei den 41+2 = 43 halben Schiesshalbtagen mit klar fixiertem Schiesszeit-Ende, es bleibt bei den wenigen besonderen zusätzlichen Schiessanlässen und auch an der restriktiven Handhabung von bewilligungspflichtigen Ausnahmefällen wird nichts ändern.

Keine zusätzlichen Lärmimmissionen
Durch die vorgesehenen Schiesstunnels, kombiniert mit weiteren baulichen Lärmschutzmassnahmen werden sich unter dem Strich keine zusätzlichen Lärmimmissionen ergeben.

Kein spürbarer Mehrverkehr am Steinrein wegen Schiessanlage
Nach wie vor geht der Gemeinderat auch von keinem spürbaren Mehrverkehr zum Schützenhaus aus. Durch die Zusammenlegung der Schützenvereine beider Gemeinden ergibt sich temporär eine marginale Erhöhung der Anzahl Schützen. Die Zahl der Schützen wird "von Bern" wie auch von den Vereinen selbst als langfristig rückläufig deklariert. Der Verkehr auf den Spiegelberg ist aber nicht primär den Schützen sondern zur Hauptsache den Besuchern des Naherholungsgebiets zuzuschreiben. In diesem Zusammenhang prüft die Gemeinde zurzeit Verkehrsberuhigende Massnahmen auf der Steinrainstrasse.





Baugesuch und neue Lärmmessungen
Für die Bauarbeiten wird zu gegebener Zeit ein Baugesuch öffentlich aufliegen. Im Rahmen der Projektierung wird der Lärm-Nachweis aktualisiert. Hierzu werden neue Lärmmessungen durchgeführt. Aufgrund der gemessenen Werte werden die baulichen Massnahmen so getroffen, dass die Lärmimmissionen für die Bevölkerung möglichst gering ausfallen.




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