17. 05. 2008

Aarburg geht innovativen Weg bei der Altstadt-Entwicklung



„Altstadt-Aufwertung“ - Aarburg geht innovativen Weg

Die Zustimmung zu einem Initial-Planungskredit durch die Gemeindeversammlung vom Freitag, 20. Juni 2008 soll die erweiterte Altstadt-Aufwertung ins Rollen bringen.

Der Gemeinderat Aarburg hat zusammen mit der Verwaltung und der Rast Architekten AG, Bern, eine klare Strategie, wie die erweiterte Altstadt nach Fertigstellung der Ortskernumfahrung aufgewertet werden soll. Am letzten Donnerstagabend hat er seine Kommissionen, die Parteien und Medienvertreter über die geplanten Arbeiten und Investitionen orientiert.

Sieben Bearbeitungsschwerpunkte
Es sind sieben Bearbeitungsschwerpunkte, die sich über die Aarburger Gemeindekarte legen lassen und unter dem Titel Altstadt-Aufwertung zielgerichtet der Planung unterzogen werden: Städtli - Hinter dem Thor; Aareweg; Dürrbergstrasse; Damm - Fährweg; Güterstrasse - Bahnhof; Weber-Areal; 2000-Watt-Gesellschaft-Projekt Steinbille. In erster Priorität will der Gemeinderat die künftige Nutzung für den Raum Güterstrasse - Bahnhof evaluieren und Investitionen im öffentlichen Interesse auslösen. Dazu ist ein Planungskredit von 527 000 Franken nötig. Die Gemeindeversammlung vom Freitag, 20. Juni 2008 wird darüber befinden.

Raum Güterstrasse - Bahnhof wird zuerst bearbeitet
Der Raum Güterstrasse - Bahnhof wird zuerst an die Hand genommen. Die Liegenschaft Bahnhofstrasse 61 (ehemals Domotec) ist anfangs Dezember 2007 bis auf die Grundmauern, beziehungsweise bis auf ein Gebäude, das den Flammen nicht gänzlich zum Opfer gefallen ist, niedergebrannt. Sechs Monate nach diesem Brand, ist der Gemeinderat nach intensiver Arbeit soweit, dass er der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission FGPK die Zustimmung zum Erwerb der Parzelle Nr. 1157 unterbreiten kann. Das Gelände soll für knapp 1.2 Mio. Franken erworben werden, wobei die Gemeinde gleichzeitig einen Wiederaufbauwert der Brandversicherung von rund 1 Mio. Franken erwerben wird. Der Landerwerb gilt unter dieser Prämisse sowie angesichts des öffentlichen Interesses, welches die Gemeinde für das Gebiet geltend macht, als sehr wertvoll.

Initial-Planungskredit von 527 000 Franken
Mit dem Landkauf alleine ist die Arbeit für die ins Visier genommene Altstadt-Aufwertung nicht getan. Erst ein Initial-Planungskredit von 527 000 Franken wird ermöglichen, den ganzen Raum Güterstrasse - Bahnhof planerisch soweit vorzubereiten, dass Land und Planungs-Vorarbeit an einen Investor oder mehrere Investoren verkauft werden können. Der renommierte Stadtplaner Rudolf Rast aus Bern und sein Assistent, ETH-Architekt Enrico Slongo, sind vom Potenzial des Raums in Aarburg überzeugt. „Der Raum beim Bahnhof ist sehr gut gelegen und zusammen mit den Parzellen respektive Restflächen von Kanton und SBB kann ein äusserst interessantes Nutzungskonzept ins Auge gefasst werden.“

Architektur-Wettbewerb
Der Planungskredit enthält zahlreiche Arbeitsschritte bis hin zum Architektur-Wettbewerb unter klaren Rahmenbedingungen der öffentlichen Hand. Das Sieger-Projekt, das dereinst durch eine Jury zu wählen sein wird, wird nach qualifizierter Planungs-Vorarbeit samt Land an einen oder mehrere Investor/en verkauft. Die Gemeinde erhält dadurch Gewähr, dass im Raum Bahnhof ein Bauvorhaben respektive eine Nutzung im öffentlichen Interesse entstehen wird, die Nachhaltigkeit verspricht. Wird die Gemeinde nach Fertigstellung der Ortskernumfahrung und im Besonderen an der Bahnhofstrasse nicht aktiv, verliert sie mindestens zwei Chancen beziehungsweise geht zwei gravierende Entwicklungs-Risiken ein.

Entwicklungs-Chancen nutzen - Risiken minimieren
Die Gemeinde Aarburg müsste es ausschliesslich der privaten Hand überlassen, was und wie auf den derzeitigen brach liegenden Grundstücken realisiert werden soll.

Nach den Erkenntnissen des Gemeinderates, würde an der Bahnhofstrasse durch die Grundeigentümerschaft ein Wiederaufbau eins zu eins erfolgen, was nicht im Interesse der Gemeinde sein kann.

Der Kanton wird das „Rondelle“-Land (Festgelände OKUA) nach Abrechnung der OKUA an einen Käufer auf dem Liegenschaftenmarkt verkaufen, wenn die Gemeinde kein Interesse bekundet. Die Überbauung dieses Grundstücks bei den Tunnelportalen müsste bei diesem Szenario ebenfalls dem Zufall überlassen werden.
Zu dieser passiven, risikohaften Haltung gesellt sich hinzu, dass der Gemeinde und ihren Einwohnerinnen und Einwohnern die einmalige Chance entginge, nach der Fertigstellung der Ortskernumfahrung die Entwicklung der Gemeinde zu steuern.

Dem Gemeinderat ist es bereits gelungen, einen verkehrsintensiven Baufachmarkt wie Hornbach von Investitionen in Aarburg abzuhalten. Wirklich Einfluss hat die Gemeinde aber nur, wenn sie selber Grundeigentümerin ist und die künftige Nutzung bestimmen kann.

Nachhaltig muss die Entwicklung sein
Die zu tätigenden Investitionen, welche durchaus ein gewisses Risiko beinhalten, nämlich dass das Investoren-Interesse gering bis nicht vorhanden sein könnte, sind nachhaltig ausgelegt. Bauten werden nicht auf eine Lebensdauer von fünf bis zehn Jahren realisiert. Was gebaut ist, beeinträchtigt das Gemeindebild in der Regel mindestens 50 Jahre positiv oder negativ. Aus diesem Grund ist der Qualität und Nachhaltigkeit höchste Aufmerksamkeit zu schenken.

Das Risiko, dass die durch den Gemeinderat vorgesehenen Vor-Investitionen nicht zurückfliessen oder sogar verloren gehen, ist berechenbar und eher gering. Selbst wenn nicht wunschgemäss ein Investor an diesem interessanten Standort „einsteigen“ sollte und wollte, würde die öffentliche Hand durch Grundeigentum und Planungs-Vorarbeiten über reelle Werte verfügen.

Finanzierung der Altstadt-Aufwertung über einen „Fonds roulant“
Mit dem Verkaufserlös des Landes und des Gesamt-Überbauungskonzeptes soll der Fonds roulant, nachdem man den Initial-Planungskredit verwendet haben wird, von neuem gespiesen werden. Dieses Finanzierungsmodell wird dem Gemeinderat ermöglichen, den nächsten Bearbeitungsschwerpunkt aufzugreifen.

Das Projekt „Altstadt-Aufwertung“ ist ehrgeizig, jedoch auf Grund der grossen Erfahrung und Qualität, welches das beratende Architekturteam mitbringt, erfolgversprechend. „Durch die umfassende Orientierung unserer Kommissionen und aller Parteien in der Gemeinde erhoffen wir uns selbstverständlich die breite Unterstützung für die Genehmigung des Initial-Planungskredites, damit wir in die konkrete Umsetzungsphase gehen können“, meint Gemeindeammann Karl Grob, der weiss, dass solche innovativen Vorhaben vor dem Volk in der Regel nicht so leicht „durchzubringen“ sind. Er ist aber überzeugt, dass die Aarbiger Stimmbürger die Vorteile des geplanten Vorgehens und der Investitionen erkennen.

Im Rahmen des kürzlich stattgefundenen Erfahrungsaustausches mit dem Städtli-Gewerbe zur Ortskernumfahrung, wurde die Altstadt-Aufwertung ebenfalls vorgestellt. „Die Gewerbetreibenden fanden lobende Worte für die Initiative von Gemeinderat und Verwaltung“, was uns die Zuversicht gibt, auf dem richtigen Weg zu sein. An der Einwohnergemeindeversammlung vom 20. Juni 2008 wird die Strategie der Altstadt-Aufwertung zusammen mit dem Kreditantrag ausführlich den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern dargelegt werden.


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Bearbeitungsschwerpunkte Altstadt-Entwicklung
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